Werkverzeichnis 2011

 

 Werkverzeichnis laufende Nummer:

3.866 bis 3.935

 Titel der Sprechbilder / der Bilder:  unbekannt, da keine Abbildungen gefertigt wurden / Erstellt:  Allesamt im Jahre 2011 / Medium / Technik:  Tusche, Aquarell und Text auf Papier / Text der Sprechbilder: unbekannt, da keine Abbildungen gefertigt wurden / Größe:  b 25,0 cm * h 35,0 cm / Auflage:  70 Originale / Findort bei den Käufern:  Nachbarn, Bekannte und Freunde aus aller Welt, deren Namen hier ungenannt bleiben / Bemerkungen:  Die Sprechbilder - Serie von 60 Arbeiten zuzüglich 10 weiterer Arbeiten mit handgeschriebenen Originaltexten aus meinem Buch "Hartes, hartes Land" wurden verkauft zum Sonderpreis von 60 € / Stück zur Finanzierung der Beseitigung eines Erdrutsches auf unserem Grundstück, der existenzbedrohend war und deren Beseitigung wir nicht aus eigenen Mitteln stemmen konnten. Leider habe ich keine Fotos dieser Arbeiten gefertigt. Die nachfolgenden 2 Sprechbilder sind ähnlicher Art und verweisen auf die gleiche Situation, in der wir steckten.

 

 

Werkverzeichnis laufende Nummer:

3.936

 

Titel des Sprechbildes: 

"Steine"

Erstellt: 

Sayalonga, 09.03.2011

Medium / Technik: 

Tusche, Aquarell und Text auf Papier

Text des Sprechbildes:

"Steine"

 

"Morgen werde ich Steine sammeln, sie liegen zentnerschwer auf unserem Hof. Ich will sie stapeln und einen Kunstpfahl pflanzen. Sie wird die Steine woanders hin tragen, damit wir sie später gebrauchen können. 

 

Es sind meine Steine und ihre und wenn wir sie wegtragen, um sie zu gebrauchen, lasten sie nicht mehr auf unseren Brüsten. 

 

Darum wollen wir viele Steine wegtragen, dann wird alles viel, viel leichter und wir schwimmen wieder durch die grünen Olivenäste."

Größe:  

b 25,0 cm * h 35,0 cm

Auflage:  

1 Original

Findort beim Künstler:  

Am Markt 24

32312 Lübbecke

Bemerkungen:

keine 

 

Werkverzeichnis laufende Nummer:

3.937

 

Titel des Sprechbildes: 

"Steine"

Erstellt: 

Sayalonga, 09.03.2011

Medium / Technik: 

Tusche, Aquarell und Text auf Papier

Text des Sprechbildes:

" Zivilisation"

 

"Zivilisation ist wie ein Rudel listiger gefräßiger Wölfe, verkleidet als Schafe verharren sie im Dickicht ihrer Gesetze, die sind geschrieben in kläglicher Sprache. Ihr gewobenes soziales Netz schützt nicht vorm Erfrieren. Schafs-kälte sitzt an den vollen Tischen. Ich warte im Wolfsstaub darauf, dass sich diese Zeit abnutzt und von ihrer Spule läuft, wie das Regenwasser des heuti-gen Tages über meine zertretenen Wege. Meine Füße haben noch Mut mich zu tragen, und wenn ich in den Pfützen gelbblaues Licht erkenne, weiß ich, meine Steine sind zu Messern geworden, die fallen aus meinem Gedächtnis."

Größe:  

b 25,0 cm * h 35,0 cm

Auflage:  

1 Original

Findort beim Künstler:  

Am Markt 24

32312 Lübbecke

Bemerkungen:

keine 

 Werkverzeichnis laufende Nummer:

3.938

 Titel der Sprechbilder: 

"Kunstpfahl"

Erstellt: 

Sayalonga, im März 2011

Medium / Technik: 

Nägel, Leinen und geschnittene Blechbänder auf Holzpfosten genagelt

und eingepflanzt in ein Steinbeet bzw. Steinbett.

 

Weitere Erläuterungen hierzu:

"Im März 2011 erstellte ich, wie im vorstehenden Bildtext "Steine" angekündigt, meinen

Kunstpfahl, dessen Stand durch die nebenstehend beschriebenen Steine gesichert ist.

Größe:  

Durchmesser Holzpfahl 6,0 cm, Höhe Holzpfahl ca. 180,0 cm.

Auflage:  

1 Original

Findort beim Künstler:  

Am Markt 24

32312 Lübbecke

bzw.

Carraspite 118

29752 Sayalonga

Bemerkungen:

keine 

 

Werkverzeichnis laufende Nummer:

3.939 - 4.075

Titel der Sprechbilder: 

"o. T."

Erstellt: 

Torrox, Málaga, Sevilla, Cordoba, Toledo, Madrid, mit verschiedenen Daten im Juni 2011

Medium / Technik:

Tusche, Aquarell und Text auf  Papier

Text des Sprechbildes:

Personas bellas con respaldo / Eso es nuestra meta / Porque personas raquis / Ya tenemos suficientes

Kunstaktion gegen die Korruption

Aktion zum Kampf gegen die Korruption in Spanien, durch Hungerstreik und Protestmarsch mit Verteilung von 122  Sprechbildern

mit spanischem Text (Weitere Infos siehe Kunstedition "Über die Fortsetzung des Geistigen in der Kunst".)

Erläuterungen für die zu treffenden Menschen lieferte der nachstehende Text:

 

Mit Kunst und Lyrik gegen die Korruption in Andalusien und anderswo

 

Mein Name ist Gerhard Pollheide. Ich wohne mit meiner Frau Anita in der Bodega Vino y Arte in den Bergen von Sayalonga. Wir führen ein kleines Restaurant, haben zwei Appartements und in unseren Räumen eine Kunstausstellung mit vielen Werken der bildenden Kunst. Daneben gibt es einen Skulpturengarten und die kleinste Schaubühne der Welt. Es finden Lesungen, Konzerte und Schauspiele statt. Namhafte Künstler, Schauspieler und Liedermacher waren bei uns zu Gast. So hat sich unsere Kulturbodega mittlerweile zu einem kleinen kulturellen Zentrum in den Bergen Sayalongas entwickelt, welches von Gästen aus aller Welt besucht wird. Ich male Bilder, mache Skulpturen und habe bisher 12 Bücher geschrieben.

 

Meine tiefe Liebe zu Andalusien wurde vor 10 Jahren geboren. Im Jahre 2001 reiste ich durch Andalusien. Ich hatte Hunger und arme Bauern nahmen mich mit einer unglaublichen Gastfreundschaft auf und gaben mir zu essen. Eine Bezahlung lehnten sie ab. Nach dem Ende der Mahlzeit bildeten sie einen Kreis um mich und sangen mir ein Lied vor. Es handelte von einem Bandolero. Da habe ich vor Rührung geweint und meine Liebe für dieses Land war tief in meinem Herzen eingebrannt. Andalusien hat mir während meiner Reise so viel Gastfreundschaft entgegengebracht, soviel Kultur gezeigt, und ich habe so viele liebenswerte Menschen kennen gelernt, dass ich mich entschloss, hierfür etwas zurückzugeben. Ich verließ Deutschland und gründete zusammen mit meiner Frau Anita im andalusischen Sayalonga, einer Nahtstelle zwischen Christen und Muslimen ein „Künstlerdorf“. Es trägt durch seine kulturellen Veranstaltungen und durch die Begegnungen von Menschen beider Kulturen dazu bei, ein wenig mehr Verständnis für einander  aufzubringen.

 

Ich bin nach vielen Irrwegen, seit meiner Andalusienreise, ausschließlich Künstler und Schriftsteller und plane unser Vorhaben „Künstlerdorf“ mit Hilfe meiner Frau Anita Brandt weiter. Aber wir haben in dieser Zeit auch die andere Seite Andalusiens kennengelernt. Sie heißt Korruption! Wir sind trotz der hier herrschenden unglaublichen Korruption immer noch auf diesem Weg, der uns in den letzten Jahren alles abverlangte und uns Schäden von ca. 200.000 € zufügte. So leben wir seit über 7 Jahren im Wohnwagen, sind jedoch heute soweit, dass der geplante Abschluss unseres Projektes zum Ende des Jahres gelingen könnte. Die jedoch nicht aufhörende Korruption nagt nun an unserem Lebensnerv.

Größe:

b 21,0 cm * h 29,7 cm

Auflage:

137 Originale

a) 41 Originale verschenkt während des Hungerstreiks vor dem Gericht in Torrox vom 23.05. bis 30.05.2011.

b) 81 Originale verschenkt während des Protestmarsches vom Gericht in Torrox über das Gericht in Malaga, das Gericht in Sevilla, das Gericht in Cordoba, das Gericht in Toledo und Abgabe meiner Protestnote bei den dortigen Gerichten bis hin zum Königspalast nach Madrid und Abgabe meiner Protestnote beim spanischen König vom 03.06.2011 bis zum 09.06.2011.

c) 15 Originale im Eigenbesitz, davon eines vom 24.05.2011 anlässlich des Hungerstreiks vor dem Gericht in Torrox und 5 Stück aus dem Protestbereich in Málaga vom 04. Juni 2011 sowie 9 Stück aus dem Protestbereich in Madrid vom 07. Juni 2011.

Findort beim Künstler:

Am Markt 24, 32312 Lübbecke bezüglich 15 Originale, der Rest im Eigentum der mir unbekannten Beschenkten.

Bemerkungen und Aufruf zur Aktion:

Korruption ist die schlimmste Form der Ungerechtigkeit. Einige Wenige bereichern sich und eine ungeheuer große Anzahl von Menschen leiden. Spanien ist eines der korruptesten Länder Europas. Und diese Korruption führt auch dazu, dass nach Internetrecherchen jedes Jahr allein in Andalusien 5.000 Arbeitsplätze nicht entstehen, weil Firmengründungen wegen dieser Korruption nicht stattfinden. Allein 700 beabsichtigte Firmengründungen ausländischer Investoren wurden zurückgezogen wegen der Korruption in Andalusien. Korruption zerstört die Werte der Gesellschaft, schafft Ungerechtigkeit in fast allen Bereichen. So gibt es insbesondere in Andalusien eine ungeheuer hohe Zahl von arbeitslosen Jugendlichen. Korruption zerstört Perspektiven, verhindert Familiengründungen, schafft Hoffnungslosigkeit, zerstört die Kultur und vergrößert die Kriminalität. Da auch wir durch diese Korruption in unserer Existenz bedroht werden, habe ich mich entschlossen, die Korruption beim Namen zu nennen, sie zu bekämpfen und öffentlich zu machen. Meine „Waffen“ hierfür sind meine Kunst in Bildern und meine lyrischen Texte. Ich bitte daher um Öffentlichkeit, damit diese Gedanken die Köpfe der großen Mehrzahl der liebenswerten andalusischen Menschen erreichen und ihnen Mut geben. Helft alle mit! Wir werden es gemeinsam schaffen die Korruption zu vermindern - für ein freies, gleiches, wunderschönes Andalusien! Das nachfolgende von mir für uns alle geschriebene „Andalusienlied“ darf frei kopiert und weitergegeben werden. Es lebe Andalusien!

 

Zum Abschluss unseres Protestmarsches erreichen wir die Camps der Empörten in Madrids Innenstadt. Auch hier probt Spaniens Jugend die Revolution. Der zentrale Platz ist voll mit Demonstranten. Sie fordern: „Empört Euch!“ Auch wir empören uns und werden zu einem Teil dieser Bewegung. Der Ursprung dieser Forderung „Empört Euch“ stammt aus den Schriften eines ehemaligen französischen Widerstandskämpfers und KZ-Überlebenden Stéphane Hessel. Der über 90-jährige Pazifist äußert sich hierin wütend gegenüber dem Finanzkapitalismus. Er sieht in ihn eine Gefährdung des Sozialstaats und der Menschenrechte und ruft mit seinem Essay zur Aufrechterhaltung moralischer Werte auf. Er ruf auf: „Empört Euch“ durch friedlichen, zivilen Ungehorsam, um den korrupten, menschenfeindlichen Ist-Zustand durch ein neues moralisches Bewusstsein zu ändern. Sein Essay endet mit folgenden Worten: „Neues schaffen heißt Widerstand leisten! Widerstand leisten heißt Neues schaffen!“

 

Heute frage ich mich: „Was hat unser Protest, unsere Wehrhaftigkeit gebracht?“ Eingefahrene Strukturen ändern sich nur langsam. Sollten sie sich langfristig ändern, haben wir ein kleines Stück dazu beigetragen. Vor allen aber hat unser Protest für uns einiges bewirkt. Wir haben aufbegehrt, uns empört, gegen die menschenverachtende Korruption. Wir haben nicht mitgemacht, und wir haben nicht geschwiegen. Wir haben dazu beigetragen, dass in Spanien, Deutschland und im vereinigten Europa, vertreten durch das EU-Parlament, auf unseren Fall bezogen, niemand von den Gerichten und Behörden, von Presse und sonstigen Institutionen, niemand der Politiker aller Couleur sagen kann: „Das haben wir nicht gewusst!“ Das waren wir uns selbst schuldig, macht uns ein gutes Gefühl. Und wenn wir in den Spiegel schauen, müssen wir uns nicht schämen.

 

Wir werden immer noch durch Korruption verfolgt. Neulich waren wieder Polizeibeamte mit Vermessern bei uns. Wir haben sie nicht auf unser Grundstück gelassen. Das hat uns viel Kraft gekostet. Aber wir haben einen neuen Anwalt, einen Spanier in einer internationalen Kanzlei in Berlin. Er hat es immerhin erreicht, dass ein spanischer Richter ein Urteil gegen uns aufhob. Wegen weiterer gegen uns gerichteter Ungerechtigkeiten hatten wir einen Gerichtstermin. Wir haben ihn jetzt gewonnen. Es wird noch einige Zeit dauern, bis Ruhe einkehrt und wie es letztendlich ausgeht, wissen wir nicht. Wir wissen nur eines: „Wenn wir untergehen, dann aufrecht und mit fliegenden Fahnen!“

 

Heute ist ein herrlich klarer Sonnentag in unseren andalusischen Bergen. Hier lebe ich mit Anita, der Liebe meines Lebens. Ich bin glücklich. Des Morgens schaue ich beim Frühstück aufs Meer. Dann rauche ich Tabak aus meiner alten, zerbissenen Pfeife. Des Abends esse ich Brot und trinke Wein. Die Sonne wärmt meine Knochen. Meine liebende Frau neben mir lächelt mich an, und diese Welt schuldet mir nichts.

 

Mein Andalusienlied

 

für alle, die sich wehren gegen die beißende Ungerechtigkeit, die Korruption, für alle an die Wand Gedrückten, für alle Liebenden, für die Verrückten und insbesondere für uns Anda-lusier, inspiriert durch „Sind so kleine Hände“ von Bettina Wegner:

 

 

Andalusienlied

 

Sind so schöne Herzen / Schlagen heut so schwer / Darf man niemals quälen / Schmerzen dann so sehr

 

Sind so harte Hände / Bauten auf so viel / Darf man niemals fesseln / Das führt weg vom Ziel

 

Sind so große Augen / Sehn dies schöne Land / Doch korrupte Neider / Setzen es in Brand

 

Sind so schöne Münder / Sprechen heut noch viel / Ungerechtigkeiten / Setzen dies aufs Spiel

 

Sind so schöne Strände / Ein Meer so tief und weit / Wir reichen uns die Hände / Ab heut kommt unsere Zeit

 

Es werden harte Tage / Bis hin zu unserem Ziel /

Doch viele mutige Menschen / Erreichen viel

 

Lasst uns Korrupte brechen / Mit Liebe, Herz, Verstand / Wir tun´s für Andalusien / Denn es ist unser Land

 

Schöne, gerade Menschen / Das ist unser Ziel / Menschen ohne Rückgrat / Haben wir schon zu viel

 

***

 

Gerhard Pollheide, Carraspite 118

29752 Sayalonga


Werkverzeichnis laufende Nummer:

4.076

Erstellt: 

Torrox, Málaga, Sevilla, Cordoba, Toledo,

Madrid, im Juni 2011

Medium / Technik: 

Links ist das während unseres Protestmarschs bemalte und

mit Unterstützungsunterschriften versehene T-Shirts zu sehen.

Größe:

XXL

Auflage:  

1 Original

Findort beim Künstler:  

Am Markt 24

32312 Lübbecke

Bemerkungen:

keine