„Blutmond“

 

Gedanken, Poesie und Grafiken zum Zeitgeschehen

 - Corona-Pandemie -

 Wohin steuert Deutschland, wohin Europa und wohin steuert die Welt?

 

Limitierte Auflage von 31 Stück - jeweils inklusive einer der Originalgrafiken, die hier eingestellt sind.

 Preis der limitierten Buchauflage 99,90 € inklusive Originalgrafik - solange der Vorrat reicht.

Buch A4 hoch, 116 Seiten, Hardcover, farbig mit Fadenheftung, Kapitalband, Zeichenband auf Bilderdruckpapier matt.

Die Bilder, die noch nicht zugeteilt sind, können bei Bestellung ausgesucht werden.

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Leseprobe "Blutmond"

Alle obigen Bilder und nachstehenden Texte sind © by Gerhard Pollheide

 

 

Einführung zum Buch „Blutmond“ - Gedanken, Poesie, Grafiken zum Zeitgeschehen -

 

Damit jeder meine Gedanken, Forderungen und Ängste, publiziert im obigen  Buch, besser verstehen und nachvollziehen kann, will ich einen Vergleich ziehen über die „Goldenen Zwanziger Jahre“, beginnend 1924, sechs Jahre nach dem ersten Weltkrieg, und deren Ende durch die Weltwirtschaftskrise von 1929 mit der nachfolgenden Entstehung der NS- Diktatur und der heutigen Zeit.  Die heutige Dekade beginnt sechs Jahre nach der Weltwirtschaftskrise (Bankencrash 2008), also mit dem Jahr 2014 und endend 2019 durch den Ausbruch der Corona-Pandemie und der darauffolgenden Weltwirtschaftskrise. Es geht mir darum, die Folgen der ersten Dekade nach 1929 mit den möglichen weiteren ähnlichen Folgen nach 2019 / ab 2020 durch unser heutiges Geschichtswissen zu verhindern, was noch möglich ist.

 

Die „Goldenen Zwanziger Jahre“

 

In den „Goldenen Zwanzigern“ zwischen 1924 und 1929 erlebte Deutschland einen Wirtschaftsaufschwung ohne Gleichen. Es war die Blütezeit der deutschen Kunst, Kultur und Wissenschaft. In Berlin entstand ein neues, wunderbares Lebensgefühl von absoluter Freiheit. Dieses Gefühl wurde ausgelebt durch die junge Generation am Kurfürstendamm und rund um die Gedächtniskirche. Die Stummfilmzeit war zu Ende. Große Kinos entstanden im Westen der Stadt Berlin. Tanzen, Feiern und Singen war an der Tagesordnung in den Bars und Kneipen. Die Älteren sparzierten auf der Straße Unter den Linden, wo man gelegentlich auch Gerhard Hauptmann erblickte, der oft im  Hotel Adlon wohnte. Die neuesten Moden wurden angeboten zwischen Olivaer Platz und Nollendorfplatz. Theaterbesuche, Lebenslust und Freiheit prägte diese Zeit. Niemand hielt Diktatur und Krieg für möglich. Das war für den überwiegenden Großteil der Gesellschaft unvorstellbar, praktisch ausgeschlossen, zumal die rechtsradikale NSDAP bei der Reichstagswahl am 20.05.1928 nur auf einen Stimmen-anteil von 2,6 % kam.

 

Doch mit dem Börsencrash am 29. Oktober 1929 in New York endeten die „Goldenen Zwanziger“ und die Weltwirtschaftskrise begann. Auf dem Höhepunkt der Krise fiel die Industrieproduktion im Deutschen Reich um 41,8 %. Die Gehälter der öffentlich Bediensteten wurden um 25 % gekürzt, die Sozialhilfe und das Arbeitslosengeld wurden radikal vermindert. Auf dem Höhepunkt der Krise im Februar 1932 überschritt die Arbeitslosenzahl die 6-Millionen-Grenze. Nur circa 12 Mio. Menschen konnten noch einer Beschäftigung nachgehen. Zu diesen Zahlen muss man noch die schlecht bezahlten Kurzarbeiter zählen und insbesondere auch die vielen kurz vor dem Ruin stehenden Kleinunternehmer, die Gaststättenbetreiber, die Kulturschaffenden und viele andere mehr.

 

Diese Situation nutzten nun vor allem rechtsradikale Gruppierungen durch Propaganda gegen Arbeitslosigkeit und Schulden für sich aus. Weitere Merkmale der Krise waren ein starker Rückgang des Welthandels, der Zusammenbruch internationaler Finanzströme, Banken-krisen, die Zahlungsunfähigkeit vieler Unternehmen sowie politische Krisen. Bei den Reichstagswahlen am 14.09.1930 legte die NSDAP schon zu auf 18,3 %. Bei der wegen politischer Krisen erneut notwendigen Wahl am 31.07.1932 trat allein die NSDAP mit einem Programm massiver Kreditausweitung und Arbeitsbeschaffung auf und konnte so ihren Stimmenanteil mit 37,4 % mehr als verdoppeln. Die gemäßig-ten Parteien hatten dem Programm der extremen Rechten mit ihren orthodoxen Wirtschaftsprogrammen so gut wie nichts entgegenzu-setzen. Nach weiteren politischen Krisen gelang es bei erneuten Wahlen am 06.11.1932 zwar, die NSDAP-Stimmen auf 33,1 % zu verringern. Die NSDAP blieb allerdings stärkste Partei im Reichstag mit der Folge, dass Hitler am 30.01.1933 (Tag der Machtergreifung) vom Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde.

 

Bei der erneuten Reichstagwahl am 05.03.1933, der letzten freien Wahl vor der NS-Diktatur, erhielt die NSDAP 43,9 %. Dieses Wahl-ergebnis mündete am 24.03.1933 im sogenannten Ermächtigungsgesetz (offiziell das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“). Mit diesem Gesetz, vom Deutschen Reichstag beschlossen, ging die gesetzgebende Gewalt faktisch vollständig auf Adolf Hitler über. Es war die Grundlage zur Aufhebung der Gewaltenteilung und ermöglichte alle darauffolgenden Maßnahmen zur Festigung der nationalsozialistischen Diktatur. Ab dem 24.03.1933 waren alle demokratischen Rechte und alle Grund- und Freiheitsrechte abgeschafft. Um die notwendige 2/3-Mehrheit im Reichstag zu bekommen, wurden die gewählten KPD-Reichstagsmitglieder verhaftet, Morddrohun-gen gegen Abgeordnete durch die SA und SS ausgesprochen, sowie weitere Abgeordnete mit Drohungen belegt. Ab jetzt herrschte nur noch Willkür und Diktatur im verstärktem Maß. Bei den Reichstagswahlen vom 29.03.1936 erhielt die NSDAP 98,8 %. Diese Reichstags-wahl vom 29.03.1936 war keine frei Wahl mehr. Es gab nur noch die NSDAP-Liste, die man wählen konnte. Wohin das führte, ist allgemein bekannt.

 

Erhalt der Demokratie

 

Damit solches aufgrund der heutigen Situation nicht erneut passiert, sind vielerlei Handlungen in Westdeutschland und in Ostdeutschland erforderlich. Die extreme Rechte bereitet sich auf eine mögliche Machtübernahme vor. Sie versucht zunächst mit demokratischen Mitteln in die Parlamente zu kommen, um danach den Rechtsstaat abzuschaffen. Daher muss das wichtigste Ziel sein, die AfD und die anderen kleineren rechten Parteien, rechten Gruppierungen, wie die Pegida, bis hin zur Bedeutungslosigkeit zu schwächen. Hierbei müssen wir die zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland bestehenden kulturellen Unterschiede zwingend berücksichtigen.

 

Die neuen Bundesländer

 

Wir beklagen das rechtsradikale Potenzial in der ostdeutschen Bevölkerung, welches bei den verschiedensten Wahlen zu Tage tritt. Allein bei den letzten Landtagwahlen in den neuen Bundesländern, ohne (Ost-)Berlin mitzurechnen, lag dieses rechtsradikale Potential bei 24,88 %. Die Gründe hierfür müssen endlich aufgearbeitet und beseitigt werden, denn Rechtsradikalismus ist keine normale politische Position, ist also veränderbar. Aber dafür müssen wir bereit sein, die Gründe auch bei uns, bei unserem Handeln zu suchen.

 

Wir haben eine ostdeutsche Bundeskanzlerin. Vielleicht müsste sie uns die Mentalität der Ostdeutschen näherbringen. Auch die anderen ostdeutschen Politiker und die in den Westen übergesiedelten Menschen müssten uns dringend erklären, dass es gewaltige Unterschiede in den ost- und westdeutschen Kulturen gibt. Und wir müssen endlich bereit sein, zuzuhören.

 

Dazu gehört auch dringend die Änderung der Darstellungsformen des Ostens durch die Medien und Behörden, verbunden mit einem Paradigmenwechsel, der die Lebensleistung der Menschen in Ostdeutschland mit einschließt. Denn das Wort „Lügenpresse“ wird einen Grund haben. Hierdurch und durch unser Handeln müssen wir einen neuen Sachwalter ostdeutscher Interessen finden, der endlich die AfD als deren jetzigen Sachwalter ablöst. Ich will einmal einige Aspekte vorstellen, die zu verändern sind:

 

Ist die DDR ein Unrechtsstaat gewesen, wie er insbesondere von westdeutschen Politikern oft genannt wird?

 

Ein Staat besteht aus einem Staatsgebiet, einem Staatsvolk und einer Staatsgewalt. Bezüglich der ehemaligen DDR darf man deshalb niemals von einem Unrechtsstaat sprechen, da wir damit auch das Volk der DDR, welches Teil des Staates war, als Unrechtsvolk definieren. Unrecht übte lediglich die Staatsgewalt aus, gegebenenfalls unter Mithilfe inoffizieller Mitarbeiter (IM). Daher ist es dringend erforderlich, diese Diffamierung des Staatsvolkes der DDR zu beenden und zugleich denen Respekt zukommen zu lassen, die unter schwierigsten Bedingungen große Leistungen vollbracht haben, mündend in der Beseitigung einer kriminellen Staatsgewalt.

 

Die große Mehrheit der Menschen des Staatsvolkes der DDR sind zudem in ihrem Alltag anständig geblieben und haben sich beispiels-weise nicht dem Druck gebeugt, Freunde oder Kollegen zu bespitzeln. Sie alle, Millionen frühere DDR-Bürger, verdienen Anerkennung. Diese notwendige Anerkennung hat nichts, aber auch gar nichts, mit einem Schönreden der DDR zu tun.

 

Treuhandanstalt

 

Die herausragendste Leistung der Menschen Ostdeutschlands war die friedliche Revolution, die das SED-Regime hinwegfegte und in der Wiedervereinigung mündete. Doch statt diese Leistung der Menschen von Anfang an zu würdigen, haben wir sie in Massenarbeits-losigkeit und Zukunftsangst geschickt, einhergehend mit dem Niedergang ganzer Regionen. All das hat bis heute einen Namen: Treuhandanstalt. Sie und ihr eiskalter Kapitalismus war das „Geschenk“ der Bundesrepublik, das nach dem Freiheits- und Freudentaumel der Nachwendezeit den ehemaligen DDR-Bürgern überreicht wurde. Die Treuhand ist bis heute für viele Ostdeutsche der Beleg dafür, wie der Westen ihnen sein gnadenloses Kapitalismussystem überstülpte.

 

Zerstörung von Lebensleistungen

 

Anstatt die Lebensgeschichten der Menschen in Ostdeutschland zu würdigen, ihnen Anerkennung und Wertschätzung zu geben, rollte der Westen wie eine Dampfwalze über den Osten. Niemand hat den Menschen zugehört, Produktionsstätten wurden plattgemacht, da ökono-misch keine Notwendigkeit bestand, diese Firmen durch Übernahme zu erhalten. Die Kapazitäten der Bundesrepublik reichten mühelos aus, um all das Zerstörte ersatzlos aufzufangen.

 

So verschwand über Nacht fast alles, was die Ostdeutschen in den vergangenen 40 Jahren aufgebaut hatten. Es verwundert nicht, dass die Ostdeutschen dieses als völlige Entwertung ihrer Lebensleistung empfanden, die Mitursachen für den Frust und die Wut im Osten Deutschlands sind. Als erstes könnte hier auch eine präsidiale Entschuldigung weiterhelfen.

 

Zwei-Klassen-Gesellschaft

 

Aber anstatt diese Fehler einzugestehen und deren Folgen zu mildern, sind heute die Renten und die Löhne in Ostdeutschland immer noch niedriger als die im Westen. Diese Ungerechtigkeit für Ostdeutsche muss sofort beendet werden.

 

Des Weiteren gibt es keinen einzigen Dax-Konzern in den neuen Ländern, da die wirtschaftliche Basis immer noch zu klein ausgelegt und nicht leistungsfähig genug ist. Der Dienstleistungssektor im Osten muss dringend verstärkt werden und eine einheitliche Industriepolitik muss geschaffen werden, damit auch die Vollendung der wirtschaftlichen Einheit gelingen kann. Die Bundesregierung muss den Osten als neue Chance erkennen und diesen aufgrund der Leistungsbereitschaft der dort lebenden Menschen wiederentdecken.

 

Dazu gehören auch Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur, auch und insbesondere in den kleineren Orten, damit sich Ost und West angleichen. Hier muss der Bund viel mehr Mittel investieren, als er es jetzt tut, damit sich der Klassenkonflikt nicht noch mehr ausweitet. Und wenn Gleiches im Westen ebenfalls schlecht ist, muss auch hier Gleiches getan werden - und immer unter Berück-sichtigung der Nachhaltigkeit.

 

Eigene Geschichte

 

Man braucht auch ein eigenes Geschichtsbuch für Ostdeutschland. Hierin müssen Menschen zu Wort kommen, die uns ihre Geschichten erzählen, so wie diese Menschen sie empfunden haben. Es wird viele Geschichten, Fotos und weitere Details geben, die in einem großzü-gigen Museum die Erinnerung auch an diese, für viele Menschen auch nicht immer schlechte Zeit, dauerhaft darstellen und wachhalten. Auch solches in die wertebezogenen Dimension mit einzubeziehen, würde das gegenwärtige Empfingen vieler Ostdeutscher, nicht als Bürger mit gleichen Rechten voll anerkannt zu sein und damit nicht in der Gesamtgesellschaft angekommen zu sein, mindern. Auch das könnte sich in einem Wegfall von Stimmen für die AfD niederschlagen.

 

Aufgaben der Politik

 

Manches von der Wut und der Schmach ist verblasst, viele Betroffene sind verstorben. Trotzdem wirkt das Erfahrene auf die Folgegene-rationen nach. Die Union, die SPD, die Grünen und die FDP sollten sich daher ernsthaft mit den Fehlern von damals auseinandersetzen. Hier bieten sich Gespräche mit der (Ost-)Linken und den Menschen in Ostdeutschland an, bei der die jeweilige politische Ideologie außen vorgelassen wird. Wenn man die Fehler der 90ger Jahre bis heute ebenfalls ideologielos rekapituliert, ergäbe sich hieraus langfristig die Chance, sich die Anerkennung der Menschen in Ostdeutschland zu beschaffen und damit auch rechte Tendenzen zu vermindern. Viel-leicht würde man sogar verstehen lernen, warum der Osten so ist, wie er ist. Durch dieses Verstehen könnte sich endlich auch die Wut und Ablehnung der Ostdeutschen gegen die demokratischen Strukturen in Westdeutschland und ihrer dortigen Repräsentanten ändern.

 

Die alten Bundesländer und Gesamtdeutschland

 

Aufgrund der anderen kulturellen und wirtschaftlichen Situation in den alten Bundesländern ergaben sich bis zu den vorletzten Landtags-wahlen bezüglich rechtsextremer Tendenzen keine großen Besorgnisse. Die rechtsextremen Parteien kamen auf ungefähr 1 % der Wähler-stimmen bei den vorletzten Landtagswahlen.

 

Doch es wurden viele politische Fehler begangen. Bei guter Beschäftigung und bei guten Staatseinnahmen wurden infrastrukturelle Maß-nahmen über alle Maßen vernachlässigt. Der gesamte Investitionsstau bei den Straßen, Schienen, Schulen, Bädern, Wasserstraßen, Brük-ken, Digitalisierung usw. beläuft sich mittlerweile auf rund 450 Milliarden Euro. Das blieb in der Bevölkerung nicht unbemerkt. Unbe-merkt blieb auch nicht die ungleiche Verteilung des Wohlstandes und der Einkommen. Die Schere zwischen arm und reich wurde immer größer. Das Renteneinkommen für die neuen Rentner sank und wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Rente mit 65 Jahren? Fehlanzeige!

 

Mittlerweile kommen 1,65 Millionen Menschen regelmäßig zu den Tafeln. Gehe ich jeweils von einem 2-Personen-Haushalt aus, sind das 4 % der Bevölkerung Deutschlands, die in absoluter Armut leben. Das sind insbesondere Senioren mit niedriger Rente oder Grund-sicherung im Alter, Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende sowie weitere arme Menschen. Diese Entwicklung ist erschreckend und alarmie-rend. Und Deutschland steht damit erst am Anfang. Die Altersarmut wird zunehmen mit einer unvorstellbaren Wucht.

 

Die Altersabsicherung der jetzt arbeitenden Generation und der zukünftigen jüngeren Generation ist ungeregelt. Gleichzeitig werden poli-tische Entscheidungen immer undurchsichtiger, da sie teilweise mit dem Großkapital abgesprochen und von diesem beeinflusst sind. Ich verweise hier einmal auf die „Atlantik-Brücke“ und deren Netzwerk, in welches auch alle öffentlichen deutschen Medien eingebunden sind, deren Einfluss am Schluss meines Buches beschrieben wird.

 

Außerdem beziehen mehrere Bundestagsabgeordnete neben ihren durchaus üppigen Diäten nebenher beträchtliche Summen. Woher das Geld kommt, ist oftmals nicht bekannt. Der „Spiegel“ und die „Abgeordnetenwatch“ schätzen diese Beträge mit mindestens 6 Millionen Euro ein. Eine strenge Transparenz ist von großer Bedeutung, um erkennen zu können, welche Interessenkonflikte sich für die Mandats-träger ergeben. Dazu gibt es auch offene Zahlungen neben dem Mandat:

 

Offene Zahlungen erhielten / erhalten die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) für ihre Tätigkeit beim Schweizer Phar-makonzern Siegfried Holding AG. Der ehemalige Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erhält sehr viel Geld aus seiner Nebentätigkeit als „Strategieberater“. Der ehemalige Außenminister und Vizekanzler Siegmar Gabriel (SPD) erhält für publizistische Tätigkeiten vom Holtzbrinck-Verlag monatlich eine nicht ganz unerhebliche Pauschale; Volker Kauder, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der CDU, be-kommt als Berater des Bergbaukonzerns Saxony Minerals & Exploration AG monatlich sehr erkleckliche Beträge; der Gesundheits-politiker Rudolf Henke (CDU) ist „nebenbei“ Präsident der Ärztekammer NRW mit einer Vergütung, die es in sich hat, zuzüglich nicht kleinlicher monatlicher Zahlungen vom Berufsverband Marburger Bund. Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitsexperte und stell-vertretender Fraktionsvorsitzender, bezieht laut „Abgeordnetenwatch“ und "apotheke adhoc" jährlich Nebeneinkünfte, die sich sehenlas-sen können und auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht da nicht ganz leer aus. Hier stellt sich die Frage, ob diese Abgeord-neten ihre Mandatstätigkeit noch unbefangen ausüben können. Ich weiß nicht, ob diese Zahlungen heute noch bestehen, vermute es jedoch. Obige Liste beinhaltet nur einige wenige Mandatsträger die Nebeneinkünfte beziehen - tatsächlich sind es viel, viel mehr. Was da so gezahlt wird, findet man auch bspw. unter folgendem Link:

 

https://www.focus.de/politik/deutschland/nebeneinkuenfte-der-politiker-bis-zu-1-1-millionen-euro-diese-bundestags-mitglieder-verdienen-am-meisten_id_4856243.html und an vielen weiteren Stellen im Internet.

 

Die Auswirkung dieser politischen Fehler

 

Bei den letzten Landtagswahlen in den westlichen Bundesländern ergab sich ein völlig neues Bild. Der Anteil der rechtsradikalen Parteien erhöhte sich um mehr als das Neunfache auf durchschnittlich 9,3 %, obwohl Deutschland Reiseweltmeister ist, Exportweltmeister ist und Ende 2019 noch nie so reich war, wie zu einem vorherigen Zeitpunkt. Gleichzeitig finde ich es beängstigend, dass 90 % der Deutschen die Ausschaltung der Grund- und Freiheitsrechte ohne aufzumucken in Kauf nahmen. Ich erwarte zwar von der Regierung nicht den Ausruf einer Diktatur, aber ich vermisste auch, dass sich das Justizministerium nicht öffentlichkeitswirksam hierzu äußerte. Das macht Miss-trauen.

 

Durch den Ausruf der Pandemie musste die deutsche Regierung handeln, ohne Zweifel. Doch der Lockdown, den die Bundesregierung zusammen mit den Ländern ausgerufen hat, geht viel zu weit. Er kostet möglicherweise mehr Menschenleben, als durch die pandemie-bezogenen und überzogenen Maßnahmen gerettet wurden. Außerdem wurde die Würde vieler meist älterer Menschen verletzt, die einsam und ohne Angehörige starben. Und niemals dürfen die Grund- und Freiheitsrechte ausgesetzt werden, da sie für das Volk die einzige Möglichkeit sind, sich frei zu artikulieren, Diskussionen öffentlich durchzuführen und offen den Regierenden zu widersprechen.

 

Dieser Lockdown kostet den deutschen Staat vielleicht mehr als 300 Milliarden Euro an Einnahmeausfällen und durch die Mehrkosten des Lockdowns. Dazu kommen mögliche Ausfälle durch die Kreditbürgschaften des Staates. Ich stelle mir einmal die Frage, was passieren würde, wenn die deutsche Wirtschaft nicht, wie erwartet, ab 2021 wieder voll anspringt und Millionen und Abermillionen Arbeitslose ent-stehen, tausende Firmen in die Insolvenz gehen, der Mittelstand in Armut fällt, Wohnungen noch unbezahlbarer werden und vieles mehr.

 

Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit im April 2020 bei 3.466.000 Personen. Das waren 271.000 mehr als vor einem Jahr. Im März und bis zum 26. April 2020 wurden bei den Arbeitsagenturen rund 750.000 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst für insgesamt mehr als 10 Millionen Men-schen. Die Kurzarbeiterzahl lag im Durchschnitt 2019 nur bei 137.000 Menschen.

 

Was ist, wenn die mehr als zehn Prozent der mehr als 3 Jahre alten Unternehmen in der Privatwirtschaft in Insolvenz gehen, weil sie kaum Kapital und daher eine schwache oder schlechte Bonität haben? Das sind 345.000 Unternehmen mit mehr als 1,5 Millionen Beschäftigten. Außerdem weisen einige Branchen hohe Anteile von Unternehmen auf, die überdurchschnittlich gefährdet sind. Insbesondere gibt es in der Gastronomie fast 24.000 kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten, die ebenfalls eine schlechte Bonitätsbewertung haben, bei den Automobilzulieferern  weisen 15 % eine schwache Bonitätsbewertung auf. Was ist, wenn diese nicht überleben? Wohin wird sich die Arbeitslosigkeit in 2020 / 2021 entwickeln bei einem erwarteten  Absturz des BIP von 7,0 Prozent in diesem Jahr?

 

Die Situation heute in Deutschland

 

Ich denke mit Schrecken an die Zeit von 1929 bis 1933 und die Entwicklung der Rechtsextremen in dieser Zeit bis hin zur Diktatur. Der Bundesregierung droht ein Kontrollverlust. Im Bereich der Staatsbeamten, des sonstigen öffentlichen Dienstes, im Bereich der Bundes-wehr und auch im Polizeibereich gibt es eine zunehmende rechtsextreme Unterwanderung. Allein unter den 35.000 AfD-Mitgliedern sind 2.100 Soldaten. Immer wieder sind Polizisten in den vergangenen Jahren mit rassistischen oder rechtsradikalen Äußerungen oder Hand-lungen aufgefallen. Die Rechtsradikalen sind bereits unterwegs auf dem Marsch durch die Institutionen. Deutschland hat ein strukturelles Problem bei der Polizei, den Behörden und bei der Bundeswehr. Wer heute noch von Einzelfällen spricht, hat nichts verstanden. Politische Straftaten gehören mittlerweile zum Alltag. Politische Morde werden erfolgreich ausgeführt.

 

Inzwischen hat die Öffentlichkeit erfahren, dass SEK-Beamte, ehemalige Bundeswehroffiziere und aktive Reservisten die Internierung politischer Gegnerinnen und Gegner in Gestalt von Kommunalpolitikerinnen und -politikern planten, zehntausende Schuss Munition hor-teten und 200 Leichensäcke und Löschkalk bestellt hatten. Die Ausländerfeindlichkeit nimmt im beängstigendem Maße zu. Ein Drittel sieht Deutschland heute in einem gefährlichen Maß überfremdet und rechtspopulistische Einstellungen verfestigen sich. Bei 42 % der Deutschen liegt eine Tendenz zur rechtspopulistischen Einstellung vor. Diese Einstellungen haben sich stabil verfestigt und sind auch in der politischen Mitte normaler geworden.

 

All das entstand auch und insbesondere aus politischen Fehlern. Die Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge in 2015 war eine humanistische Glanzleistung Deutschland. Es war das erste Mal, dass ich so richtig stolz auf mein Deutschland war. Aber das „Wir schaffen das!“ wurde nur von der Bevölkerung in gemeinnütziger uneigennütziger Arbeit geleistet. Die Politik hielt sich zurück. Es wurden keine Sozialarbeiter in notwendiger Anzahl eingestellt, Justiz und Polizei wurden nicht in notwendiger Weise aufgestockt oder verstärkt, mit den bekannten Folgen.

 

Mittlerweile geht der Protest gegen den Lockdown und die Grund- und Freiheitsrechtseinschränkungen auf die Straße und gründet auch die neue Partei „Widerstand 2020“, der die rechtsextreme Unterwanderung droht. Und die Politik und die Medien scheren alle über einen Kamm und bezeichnen alle als Rechtsradikale, Impfgegner, Antisemiten, Verschwörungstheoretiker und was weiß ich noch alles.

 

Unter diesen Protestlern sind aber auf viele Menschen, zu denen auch ich gehöre, denen das Wohlergehen des Staates und der Demokratie sehr am Herzen liegen. Diese haben mit dem vorstehend genannten, teilweise abstrusen Lumpenpack nichts, aber auch gar nichts zu tun. 

 

Der Staat nimmt in Kauf, dass sich die so Diffamierten abwenden und sich dadurch die extreme Rechte weiter ausbreiten kann und diesen Widerstand dazu benutzt, daraus weiteres politisches Kapital zu schlagen. Wenn das Erfolg haben sollte, dann gute Nacht Deutschland. Die rechten Schläger, die neue SS und die neue SA, gibt es schon in AfD und Pegida. Wenn bei den kommenden Bundestagswahlen im Jahre 2021 die extreme Rechte mit einer noch stärkeren Fraktion in den Bundestag einzieht, ist die deutsche Demokratie gefährdeter denn je, mit ihrem drohenden Ende durch Diktatur. Wir haben also bis dahin noch gut ein Jahr Zeit und das ist nicht viel.

 

Die Politik muss sich radikal ändern, oder sie setzt Deutschlands Zukunft aufs Spiel. „Wehret den Anfängen!“ haben wir längst verschla-fen! Die Extremisierung ist schon viel weiter fortgeschritten. Jetzt können wir noch den Marsch der Rechtsextremen durch die Institu-tionen und Instanzen verhindern. Jetzt - später vielleicht nicht mehr.

 

Darum meine Forderung: Die Politik muss sofort alle Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte aufheben, den Schengen-Raum wieder öffnen, alle Schulen, alle Läden öffnen. Sie muss den Normalzustand so wiederherstellen, wie er vor der Pandemie vorhanden war. Jeder, der sich schützen will, kann das selbst tun, denn wir sind mündige Bürger. Die Schwachen und die Bedürftigen, die es nicht kön-nen, brauchen maximale, aber humane Hilfestellungen hierzu.

 

Die Politik und die Gesellschaft muss sich schnellstens ändern, den Umweltgedanken und die Nachhaltigkeit mit einbeziehen und hierin ebenso alle Menschen unserer Welt, nicht nur die Menschen in Deutschland. Denn das heißt: Die Fluchtursachen bekämpfen! Ich höre diese Worte seit den 80er Jahren - doch politisch geändert hat sich nichts!

 

Mit dieser Einführung entlasse ich Sie in die Lektüre meine neuen Buches „Blutmond“ mit meinen Bildern und meinen Gedanken in Lyrik und Prosa.

 

***

 

Da wo wir leben, auf unserem Berg in der Carraspite mit Wohngarten und Blick auf das Mittelmeer herrscht Ruhe und Frieden. Aufgrund des herrlichen Wetters waren wir schon im März einige Mal schwimmen in unserem Pool. Da ist nichts mit Corona - wären da nicht die beunruhigenden Nachrichten, die wir im Fernsehen verfolgen. Wir vernehmen mit Sorge den Beschluss der Bundeskanzlerin zusammen mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Bundesländer vom 12. März 2020, dass die weltweite Verbreitung des Coro-navirus (SARS-CoV-2) mit seinem dynamischen Infektionsgeschehen für die gesamte globale Gemeinschaft und damit auch für Deutsch-land eine sehr große Herausforderung darstellt.


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die neuartige Infektionskrankheit als Pandemie eingestuft. Deutschland sei zwar wegen seiner herausragenden Wirtschaftskraft und wegen seines Gesundheitssystems gut gerüstet, um notwendige Reaktionen wirksam durchführen zu können, doch eine diesbezügliche Plangenauigkeit könne es nicht geben. Ziel sei es, dass sich die Krankenhäuser in Deutschland auf den erwartbar steigenden Bedarf an Intensiv- und Beatmungskapazitäten zur Behandlung von Patienten mit schweren Atemwegserkrankun-gen durch die Corona-Krankheit konzentrierten und dass der notwendige Einsatz der Ärztinnen und Ärzte, des Pflegepersonals und des weiteren Personals zur intensivpflichtigen Behandlungen betroffener Menschen so zu planen und zu erhöhen ist, dass die Durchhalte-fähigkeit der Intensiv- und Beatmungsbetten in ihren Kliniken gewährleistet ist.


Um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen, werden Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt sowie ein Ver-zicht auf alle nicht notwendigen Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmern angeregt. Schulen und Kindergärten sollen geschlossen werden, Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft werden angekündigt und vieles mehr. „Mein lieber Scholly“, denke ich, „da scheint ja wirklich weltweit der Busch zu brennen.“ Wir bekommen keine einzige Urlaubsbuchung mehr. Und die gebucht haben, stornieren die Reise. Jetzt wissen wir: „Das wird ein Scheißjahr ohne Gäste!“


***

 

Warum trotzdem am 22. März 2020 der sogenannte Shutdown ab 23. März 2020 von der Bundesregierung verkündet wird, kann ich deshalb nicht nachvollziehen. Kanzlerin Angela Merkel ruft die Bevölkerung zu "Verzicht und Opfern" im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf. Mehr als zwei Personen dürfen sich dann nicht mehr in der Öffentlichkeit treffen. Es gibt zwar keine bundesweite Aus-gangssperre aber stattdessen ein umfangreiches Kontaktverbot zwischen den Menschen. Betriebe werden geschlossen mit Ausnahme von systemrelevanten Unternehmen. Das Land steht still. Die im Grundgesetz garantierten Grund- und Freiheitsrechte sind weitestgehend ab-geschafft.


Dass erschließt sich mir nicht, da meine Recherchen unter Zuhilfenahme amtlicher Dokumente anderes besagen und ich beschließe: „Ich lasse mir meine Grund- und Freiheitsrechte nicht so ohne weiteres wegnehmen.“ Anita und ich beschließen, dass wir uns deshalb über die sozialen und sonstigen Medien in diese Angelegenheit einmischen werden. 


Soeben lese ich auch einen Text von Stefan Zweig, die er in einem Brief am 22. Mai 1935 an den französischen Literatur-Nobelpreisträger Romain Rolland geschrieben hat, der auch gut zu den heutigen Zeiten passt.


Stefan Zweig schreibt darin:


„Alles in Europa treibt mit unaufhaltsamer Gewalt
der Vernichtung entgegen, und ich erkenne abermals,
dass es nie die Weisen, nie die Denker sind,
die das dramatische Geflecht der Geschichte weben,
sondern die großen Monomanen, die Mondsüchtigen,
die nur ihre Idee sehen, eine Idee, die die Welt heilen soll,
aber in Wahrheit krepiert sie daran.“


***


Ich denke jetzt auch daran, dass ich mich im Rahmen meiner Bewusstseinsforschungen vor vielen Jahren (1987 ff.) auch mit Genen und Viren beschäftigte. Der Mensch ist in sich selbst kein Einzelwesen. Viele Mikroorganismen in seinem Körper bilden insgesamt ein Ökosystem. Die medizinische Ökologie forscht daran, welchen Zusammenhang es zwischen den Mikroorganismen und der menschlichen Gesundheit gibt. Über den Nutzen der im menschlichen Körper ansässigen Viren ist derzeit noch wenig bekannt.


In den menschlichen Mikroorganismen bilden Viren die größte Gruppe, die gleichzeitig die Vielfältigste ist. Viren lösen nicht immer Krankheiten aus noch sind sie immer harmlos, wie wir heute beim Corona Virus feststellen. Als gesichertes Faktum gilt, dass circa 8 % des menschlichen Erbguts ihren Ursprung in Viren haben und dass es ein langes und fruchtbares Zusammenleben zwischen Menschen und Viren gab und gibt.

 

***

 

Blutmond


Der blutige Mond
Zeigt mir meinen steinigen Weg
Mein Körper bebt - von Blitzen getroffen
Kommen wieder diese schlechten Zeiten
Wenn ich abends denke
Das alles könnte mir mein gutes Leben kosten


Im Angesicht des Blutmondes
Spüre ich Hurrikane angreifen
Fühle mich von gewaltigen Fluten überspült
Ich höre Stimmen
Aus Wut und Ruin
Bemerke meine sterbende Hoffnung
Und packe meine sieben Sachen zusammen


Etwas in mir will sterben
Sagt mir der blutige Mond
In meinen Augen ist schlechtes Wetter
Wie wird das Ende sein
Hart oder weich
Oder kein Ende
Im mondlosen Blut


***

 

Notwendige Änderungen

 

Die Probleme auf dieser Welt haben viel zu tun mit der unendlichen menschlichen Dummheit. Und was tun die Mächtigen? Sie halten schöne Reden und wollen mit Geld und der gleichen Denkweise die Probleme lösen, mit der sie geschaffen wurden. Das ist unmöglich. Wenn die Menschheit weiterleben will, muss sie sich als gleichberechtigtes Glied in der Schöpfung sehen. So lange es auch nur ein unglückliches Kind, einen hungrigen Menschen auf der Erde gibt, sind all die hoch gelobten Entdeckungen nur ein Finden dessen, was ohnehin vorhanden war. Wir aber brauchen mutige Menschen, Persönlichkeiten, die durch Arbeit, Leistung und neues Denken Situationen verändern; eine Änderung des Jetztzustands radikal herbeiführen.

 

***

 

Linien


Die Linien sind gezogen
Unüberschreitbar
Bis der erste Fluch hinübergeworfen wird
Da werden sie neu gezogen
Unüberschreitbar


Doch die Gegenwart schreitet voran
Neue Zeiten sind so alt
So vieles ist verblasst, wie die Erinnerung
Wieder werden die Linien neu gezogen
Unüberschreitbar


Bis die Zeiten sich wieder verändern
Was heute noch langsam ist, wird bald so schnell sein
Wer bleibt vor der Linie, wird der Erste sein
Die Überschreiter später die Letzten


Ohne die Linien ist die Reihenfolge schnell verblasst
Wenn sich die Zeiten ändern
Werden Linien überschritten
Die Unüberschreitbar waren


***

Mein öffentlicher Aufruf vom 06. April 2020 / Seid wachsam - auch in Corona-Zeiten


Wir müssen in heutigen Zeiten aufpassen, unsere Kritikfähigkeit nicht zu verlieren. Vieles, was angeordnet ist, mag richtig sein. Doch wir dürfen nicht aufgeben, dieses alles zu hinterfragen. Wir müssen wachsam bleiben und unsere Demokratie schützen, damit die Freiheits-beschneidungen nicht in Gesetzen aus Beton festgegossen werden. Wir alle müssen wachsam bleiben, damit unsere freiheitliche Gesell-schaft nicht verlorengeht. Wir müssen uns auflehnen gegen Denkverbote. Denn das wäre schlimmer, als an Corona zu erkranken. Passend hierzu, inspiriert durch den Text "The Wind Cries Mary", den Jimi Hendrix 1967 in Stockholm schrieb, ein kleines lyrisches Lied von mir.


Der Wind


Weggeschlossene Menschen
Clowns, Sänger und Musikanten von der Straße verbannt
Ehemaliges Glück taumelt durch hohle Gassen
Seine Fußabdrücke sind gekleidet in rot
Und der Wind flüstert Freiheit


Harte Besen fegen, ohne zu trösten
Die zerbrochenen Teile unseres gestrigen Lebens fort
Irgendwo weint ein Kind
Irgendwo fällt eine weitere Tür ins Schloss
Und der Wind weint Freiheit


Alle Ampeln wurden auf Rot gestellt
Sie strahlen in heute leere Lebensräume
Die winzigste Insel, wo gestern noch Restträume lebten
Ist desinfiziert - pralles Leben getötet
Und der Wind schreit Freiheit


Werden wir uns jemals zurückerinnern
An die Namen der Clowns, Sänger und Musikanten?
Werden wir Glück, Alter und Weisheit nochmals erleben?
Ich höre ein Flüstern: „Nein!“


Und der Wind weint Freiheit


***

 

Auszeit

 

Warum soll ich mich beklagen
Wenn die Meere voller Unrat sind
Wenn die Regenwälder brennen
Wenn Kinder zu Soldaten werden
Und Hunger als Kriegsmittel eingesetzt wird
Weil Dummheit und Arroganz regieren


Meine Worte tragen heute kein Laub
Denn Zivilisation ist wie ein Rudel listiger, gefräßiger Wölfe
Die leben in Wüsten aus Teer gedeckt von Gesetzen
Geschrieben in kläglicher Sprache
Will nicht mehr reden mit manchen Menschen
Die sind wie Geldautomaten - ohne erwiderte Blicke


Weil der Wolf die Trommel schlägt
Bleibt mein angebotener Gesprächsstuhl leer
Wen sollte ich bitten, sich zu setzen
Der kalte Wind bläst heute nicht
Hat sich schlafen gelegt
Da will ich nur träumen


Das Alte lasse ich hinter mir und die steilen Treppen
Ich will heute einfach nur Sein
Ein kleines Detail im Ganzen
Ich will nichts tun
Denn Tun verletzt diese Welt
Ich bin Natur und was ich heut suchte
Fand ich in mir und in meinen gefundenen Farben


Nun sitze ich auf meiner Terrasse
Und rauche Tabak aus meiner alten zerbissenen Pfeife
Vor mir das blaue Meer
Die Sonne wärmt meine alten Knochen
Meine liebende Frau neben mir lächelt mich an
Und diese Welt schuldet mir nichts


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Freiheit


Frei zu sein
Heißt eine Wahl zu haben
Und sie nicht maßlos zu gebrauchen.
Denn wer das tut
Der wird im Zwange enden.

Freiheit pulsiert im Fluge des Vogels
Und in der Seele des Menschen.
Sperrt man sie ein in Käfige
Sie werden frei sein.


Doch wer die Freiheit aufgibt
Um Sicherheit zu gewinnen
Verliert am Ende Beides.


Die Freiheit ist machtlos
Denn sie herrscht nicht.
Freiheit, die herrscht
Ist eine Lüge.


Wer Freiheit erreichen will
Muss seinen Hass abgeben
Sonst wäre er sein Leben lang gefangen.


Und Freiheit ist für mich
Wie Rosa Luxemburg es formulierte
Immer auch die Freiheit
Des Andersdenkenden.


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Politik - heute


Da tagen sie wieder,
Und graben manch Grab
Und viele, die tagen
Die haben nen Rad ab


Und tun sich befehden
Schwarz, Gelb, Grün, die Roten
Und was sie bewegen
Ist gemacht von Idioten


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Vision einer Nachrichtensendung Mitte der 20er Jahre dieses Jahrhunderts


„Wie wir soeben erfahren, hat die Firma Heckler & Koch aufgrund des Wegfalls der Anrechnungsfähigkeit der Vorsteuer und Einführung der Sonderumsatzsteuer von 50 % für Kriegswaffenherstellung ihre Produktion umgestellt. Die Firma Heckler & Koch stellt ab sofort nur noch solarbetriebene Wasserpumpen und Bewässerungssysteme für die Staaten der sogenannten Dritten Welt her. Das in Verbindung mit dem bestehenden Verkaufsverbot für Palmöl ist eine weitere Maßnahme der Bundesrepublik Deutschland, die Fluchtursachen zu be-kämpfen. Aus allgemeinen Recherchen in diesen Staaten geht hervor, dass nicht nur die dortige Demokratie an Stabilität gewonnen hat, sondern auch Krieg, Hunger und Korruption dort der Vergangenheit angehören und die in diesen Ländern bestehenden kostenlosen Gesundheitssysteme immer effektiver werden.“


„Aufgrund der Herabsetzung der Umsatzsteuer auf 9 % für inhabergeführte Handelsbetriebe und gleichzeitiger Heraufsetzung der Um-satzsteuer auf 25 % für Internetversandfirmen, wie beispielsweise Amazon, haben die Innenstädte an Attraktion gewonnen. Es wurden viele neue Arbeitsplätze geschaffen. So wurde erfolgreich der bisher negativen Arbeitsmarkt-Entwicklung entgegengewirkt, da bisher durch die Schaffung von jeweils einem neuen Arbeitsplatz bei den Internetversandfirmen, zwei Arbeitsplätze im inhabergeführten Handel verlorengingen. Außerdem wurde hierdurch die Ertragskraft dieser Unternehmen gestärkt, was sie krisenfester macht und auch zu deutlich höheren Steuereinnahmen in diesem Segment führte.“


„Durch die europaweite Einführung einer Börsenumsatzsteuer auf Leerverkäufe und Derivate, durch die Infrastrukturabgabe für in der EU tätige Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon, Starbucks und andere, die keine oder kaum Steuern in den Ländern zahlen, wo sie diese Gewinne erwirtschaften, sowie durch die jetzt beschlossene Beteiligung höherer Einkommen an den Sozialbeiträgen ist es europaweit gelungen, ab dem 01.01. des kommenden Jahres für jeden EU-Bürger ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1.200 € monatlich einzuführen. Hierdurch ergibt sich auch eine wesentliche Arbeitsersparnis, da hierdurch mehr als die Grundsicherung für jeden EU-Bürger zur Verfügung steht und dadurch u.a. die Sozialhilfe wegfallen kann. Es ist auch ein großer Beitrag dafür, dass die Würde aller Menschen in der EU durch dieses bedingungslose Grundeinkommen sichergestellt wird, da hiermit die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben sichergestellt wurde, ohne dass diese Menschen sich hierfür in entwürdigender Weise offenbaren müssen.“


„Es folgt nun: Das Wetter!“


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Zum Schluss eine Einladung zum Träumen


Einmal träumen, Glück, es bleibt für immer
Ist nicht flüchtig, wird nie mehr verjagt
Ist kein Staub, verweht in meinem Zimmer
Ist nicht Hoffnung
Wenn sie mir versagt


Einmal halten, tief die Seele fühlen
Glück bleibt fest, nicht wie erlöschend Licht
Mein heißes Herz, ich muss es nicht mehr kühlen
Denn schwere Nebel
Sperr´n nicht mehr meine Sicht


Einmal greifen, tief die Sehnsucht spüren
Sie bleibt immer und sie ist nur für mich
Klagt ein Gesicht, ich würde Angst mitführen
Dann flieg ich hoch, bis sie hierdurch verwich


Einmal fassen, dann bleibt Glück für immer
Es verweht nicht, wie ein Zweig im Wind
Ist nicht flüchtig, wie ein Luftgeflimmer
Heut flieg ich hoch, dort wo die Träume sind


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